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Veloroute 4: Erster Abschnitt eröffnet

Die letzten Bagger sind abgerückt, der Asphalt ist frisch: Nach einer langen, kräftezehrenden Bauphase wurde auf der Helmstedter Straße vor den Torhäusern nun am Freitag am 11.09.26 um 10 Uhr endlich das rote Band durchschnitten. Kurz vor der Kommunalwahl ist damit der erste Bauabschnitt der Veloroute 4 “Schöppenstedter Turm” offiziell freigegeben. Und das Warten hat sich gelohnt! Wo sich Radfahrer noch vor kurzem den knappen Platz bergauf mit Autos und Bussen teilen mussten, zeigt Braunschweig nun, wie moderne, sichere Verkehrsinfrastruktur aussehen kann.

Bei der Eröffnung fanden Oberbürgermeister Thorsten Kornblum, Bezirksbürgermeisterin Jutta Plinke sowie die Bezirksräte Susanne Hahn und Ingo Schramm erfreulich deutliche Worte für die Zukunft der Mobilität in unserer Stadt. Viele der Initiatoren des Radentscheids und der ersten Veloroute waren vor Ort.

Ein Gewinn für alle – nicht nur fürs Rad

Der Oberbürgermeister warb für ein gutes Miteinander. Der Umbau sei ein Kompromiss, bei dem keine Partei alles bekommt. Auch Gegner der Veloroute waren vor Ort. Zwischenrufe führten im Anschluss an die Eröffnung zu einem Gespräch mit Oberbürgermeister. Oft wird bei neuen Radwegen das ermüdende Narrativ „Fahrrad gegen Auto“ bemüht. Dass dies der falsche Ansatz ist, betonten die Bezirksräte Susanne Hahn und Ingo Schramm in ihrem gemeinsamen Grußwort. Frau Hahns Fazit bringt es perfekt auf den Punkt:

“Verkehrswende bedeutet nicht, dass einer gewinnt und der andere verliert. Sie bedeutet, dass möglichst viele sicher, bequem und entspannt ans Ziel kommen.”

Die Veloroute sei kein Luxusobjekt, sondern schlicht ein modern ausgebauter Radweg. Durch neue Querungshilfen und barrierefreie Bushaltestellen profitieren hier eben nicht nur Radfahrer, sondern auch alle Menschen, die zu Fuß oder mit dem ÖPNV unterwegs sind.

Der Vorher-Nachher-Effekt: Vom Angstschweiß zur sicheren Route

Wie dringend nötig der Umbau an dieser Stelle war, rief Bezirksbürgermeisterin Plinke noch einmal eindrücklich ins Gedächtnis. Vor dem Umbau mussten sich hier täglich 8.000 PKW, 2.000 Radfahrende und acht Busse pro Stunde eine nur sieben Meter breite Fahrbahn bei kräftiger Steigung teilen. Daneben war die Querung oben an der Hochstraße ein echter Unfallschwerpunkt. Wer hier zu Fuß queren wollte, konnte es mit der Angst zu tun bekommen. Denn das Abbiegen den Berg hoch nach rechts war mit hoher Geschwindigkeit möglich. Eine breite Furt war zu überqueren.

Heute ist die Situation enorm entschärft. Radfahrer können den Anstieg sicher auf eigenen Wegen bewältigen, und auch KFZ sowie Busse haben gewonnen: Sie müssen nicht mehr hinter langsamen Radfahrern auf der Steigung festhängen. Plinkes treffende Prognose für die Zukunft:

“In ein paar Jahren wird niemand mehr glauben, dass auf den heutigen Radwegen mal Autos geparkt haben und man sich auf dem Fahrrad die Fahrbahn mit PKWs und Bussen teilen musste.”

Bezirksbürgermeisterin Jutta Plinke

OB Kornblum: Weg von der autogerechten Stadt der 60er

Auch Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum fand klare Worte zur notwendigen Neuaufteilung des Straßenraums. Braunschweig sei in den 50er bis 70er Jahren schlicht als autogerechte Stadt geplant worden. Heute aber müsse man endlich Rücksicht auf diejenigen nehmen, die zu Fuß gehen oder gute und breite Radwege nutzen wollen. Dies sei insbesondere in einer familienfreundlichen Stadt zwingend, in der auch Kinder einen Anspruch auf sichere Mobilität haben.

Spannend für alle, die sich pauschal über die hohen Kosten von Radinfrastruktur beschweren, war Kornblums Fakten-Check zur langen Baustelle:

  • Von den rund 2,9 Millionen Euro Gesamtbaukosten fielen lediglich etwa 400.000 Euro auf den Radwegebau Davon vom Land gefördert: 300.000 Euro.
  • Der absolute Löwenanteil floss in die zwingend notwendige Grundsanierung der Straße und jahrzehntealte Abwasserleitungen.

Es wurde klar: Die Ursache für die lange Bauzeit seit Sommer 2025 war nicht die Veloroute wie oft behauptet, sondern die Leitungssanierung. Dass all diese Maßnahmen gebündelt wurden, hat die Bauzeit zwar in die Länge gezogen – verhindert aber, dass die Straße in wenigen Jahren schon wieder aufgerissen werden muss.

Teambild – Unser vorgeschlagenes Veloroutennetz aus dem Jahr 2021
Initiatoren der Velorouten in Februar 2021 in der BZ
5 Jahre danach: Bürger schaffen mit viel Engagenemt den ersten neuen Radweg in die Brauschweiger Innenstadt

Fazit der Initiative Fahrradstadt Braunschweig

Dass dieser letzte Schritt einer langen Baustelle noch kurz vor der Wahl eröffnet wurde, ist nicht nur ein schönes Symbol, sondern bringt ab sofort echte Lebensqualität im Alltag. Für viele Menschen war dieser Abschnitt der Helmstedter Straße bisher eine absolute Stress-Passage zwischen sich öffnenden Autotüren rechts und überholenden Bussen links. Jetzt heißt es hier: Sichere Fahrt auf eigenen Wegen!
Der Oberbürgermeister dankte für die “konstruktive Kritik” der Bürgerinitiative, die sich gegen die Veloroute an der Stelle eingesetzt hatte. Das ist taktisch sicher nicht unklug. Dass es seitens der Stadt weder eine Einladung noch eine Erwähnung für die Intitiatoren gab, mag man verschmerzen. Ob es das selbst klug war, bleibt offen. Denn unsere Demokratie lebt von einer aktiven Zivilgesellschaft, in der es auf engagierte Leute ankommt, die nicht nur gegen sondern auch für etwas stehen.

Dieser erste Bauabschnitt zeigt, was mit politischem Willen und Durchhaltevermögen möglich ist. Er ist ein guter Kompromiss, der die Stadt spürbar besser macht. Wir freuen uns über dieses gelungene Projekt – und werden uns weiterhin aktiv dafür einsetzen, dass auf diese Eröffnungsreden noch viele weitere sichere Radstrecken in ganz Braunschweig folgen.

Reden zur Eröffnung und Interview Kornblum auf Youtube

Mit dem Video sind die Reden nachhören. Da wir auf Cookies verzichten, hier der Hinweis: Mit dem Link öffnen Sie das Angebot des Anbieters Youtube /Google, welcher Daten sammelt.
https://www.youtube.com/watch?v=_-OlQcRQUHY

Ein Gedanke zu „Veloroute 4: Erster Abschnitt eröffnet“

  1. und wieder haltet ihr den Veloroutenplan von Dr. Schütte in die Kamera, der ja nur Eure völlige Inkompetenz zeigt und Schnellradwege auf der aktiven Bahntrasse nach WF und im Südsee-Überschwemmungsgebiet zu sehen sind, bei SECHS vorhandenen und meist menschenleeren Bestandradwegen.

    Kopfsteinpflaster und als Radweg markierte Gehwege hatten wir bereits in den 1970ern, das brauchen wird nicht nochmal, danke AD”F”C Braunschweig und Initiative -Keine- Fahrradstadt. Für diese “Leistung” jubeln also jetzt der geschäftsführende AD”F”C-Vorstand und ein paar andere Grinsebacken mit dummen Gesicht in die Kamera.

    Wasn das für ne lustige Omi mit dem Plakat in der Hand, sind das Eure ganzen Massen an “Radfahrern”, die für nen Kopfsteinpflasterweg im Zickzack auf dem Gehweg mit Benutzungspflicht jubeln?

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