
Auch in diesem Jahr wurde der Bohlweg wieder für einen Tag ein Ort zum Aufhalten, Austauschen und Ausprobieren. Am 25. April 2026 hieß es “Straße frei für alle”, das Motto unter dem die Initiative “Stadt für alle” mit der Unterstützung vieler weiterer Gruppen die Straße im Herzen Braunschweigs zu einem Ort mit Aufenthaltsqualität verwandelte.

Anlass dafür war der alljährliche “Stadtfrühling” – eine Veranstaltung des Stadtmarketings, bei dem die Autohäuser ihre neuesten Kfz überall in der Stadt zur Schau stellen können; das heißt in der Zufußgehendenzone und auf Plätzen wie beispielsweise dem Platz der Deutschen Einheit, aber auch dem Schlossplatz. Um einen Ausgleich für die zusätzlich zur Kfz vereinnahmte zu schaffen, bot die Initiative “Stadt für alle” im April 2024 zum ersten Mal den Bohlweg selbst als Platz für Menschen an. Damals noch mit einer überschaubaren Größe. In diesem Jahr gab es ein abwechslungsreiches Programm, welches auf der Website der Inititative einsehbar ist und welches gerne von den Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt angenommen wurde.

Warum der Bohlweg?
Bei dem Bohlweg handelt es sich um eine Straße, die mitten durch die Innenstadt Braunschweigs führt. Mit zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung und einem DTV – dem durchschnittlichen täglichen Verkehr – von insg. ca. 23400 Kfz/24 h laut Verkehrsmengenkarten entfaltet dieser eine immense Trennwirkung. Einen großen Teil davon macht der sog. “Durchgangsverkehr” aus, also Menschen die nur durch die Innenstadt durchfahren, beispielsweise als Alternativroute zum “Ring” und diese nicht als Ziel haben. Dies wurde auch im Mobilitätsentwicklungsplan MEP von 2024 als Problem identifiziert und in drei Szenarien eine Reduktion des Durchgangsverkehrs angestrebt, wobei das Zielszenario 2035 Plus eine vollständige Umwidmung des Bohlwegs zwischen Steinweg und Georg-Eckert-Straße vorsieht.
Dies würde nicht nur die Attraktivität der Innenstadt steigern, sondern auch den Menschen zu Gute kommen, die wirklich in die Innenstadt kommen müssen: Anwohnende, Einsatzfahren, Lieferdienste, Besucherinnen und Besucher der Innenstadt, und und und.