Mit einer Plakataktion haben die Mobilitätsverbände VCD und ADFC den Bau der neuen Radwege in der Helmstedter Straße beworben. Am letzten Samstag im Januar hängten Aktive vier verschiedene Plakate an mehreren Stellen im Verlauf der Museumsstraße und den Berg hinauf bis zur Hochstraße auf.
Bei der Gestaltung der kleinen Kampagne war besonders die Belange aller Nutzer -wie verschiedener Anlieger und des Durchgangsverkehrs – im Blick. So sprechen drei Plakate drei mögliche Nutzer einzeln an. Das vierte Motiv kombiniert die Blickwinkel. Auf Fachbegriffe verzichteten die Gestalter. Über den neuen Radweg, auch erste Veloroute mit der #4 nach dem Ziffernblatt genannt, war vielfach kontrovers berichtet worden, überwiegend ohne die Vorteile zu betonen. Auch in politischen Debatten hieß es oft, hier würde Politik gegen die Bürger gemacht, obwohl die Planung sorgsam viele Bedürfnisse berücksichtigt und abwog.
Kommunikation und Berichterstattung: Vorteile unbeachtet
Besonders die Braunschweiger Zeitung brachte immer wieder Artikel, in denen die einzelnen Nöte von Anliegern weit ausgerollt wurden. Auf Stimmen aus VCD und ADFC hat die gleiche Redaktion dann aber verzichtet, Presseerklärungen blieben unberücksichtigt, eine Debatte verlagerte sich in Leserbriefe. Ein Muster, dass sich mit der aufwändigen Kampagne selbst wiederholt, es taucht in der Zeitung nicht auf. Mit den Plakaten sollen nun vor allem herausgestellt werden, dass alle gewinnen können.






Oft umstritten bezeichnet, vor Ort gewinnen viele
Als umstritten bezeichnen einige den Umbau deshalb genannt, weil auf dem Abschnitt zwischen Parkstraße und Hochstraße keine einzelnen Parkplätze mehr vor dem Haus vorhanden sein werden. Das ist ein Verlust für die, die diese Parkplätze im öffentlichen Raum intensiv genutzt haben. Die alternative Route durch die Leonhardstraße hätte allerdings viele tausend Nutzer weniger gehabt, weil sehr viele Menschen im Verlauf der Kastanienallee wohnen. Darüber hinaus hätte ein solcher Verlauf viele Bäume sowie hunderte Parkplätze dort in Frage gestellt. Ein Tempo 30 hatte die Verwaltung abgelehnt, eine Fahrradstraße ist nicht zulässig.

Endlich einmal Veränderung positiv beleuchtet
Und so war die Resonanz an dem Tag überragend positiv. Natürlich gibt es den einen oder anderen, der schon immer Veränderungen ablehnt, meist aber Leute, die selbst nicht Rad fahren und die Problematik von Rad aus gar nicht kennen. Denn hier entsteht ein neuer Radweg. Angetroffene Anlieger betonten besonders, dass sie sich auf die Umgestaltung freuen. Endlich werde das auch einmal positiv dargestellt. Auch in der Stadtverwaltung war man dankbar. Auf eine eigene Informationskampagne hatte man verzichtet. Die letzte Bürgerinformation zum Umbau auf dem Teilstück der Helmstedter Straße war 20. März 2025. Man hört immer sehr laut auf Menschen, die gegen eine Neugestaltung des öffentlichen Raumes sind. Gerade die Menschen, die Veränderungen befürworten, melden sich dann nicht. Sie nehmen oft Rücksicht auf die, die dagegen sind. Die eigenen Bedürfnisse stellen sie nicht in den Vordergrund. Die Stadtgesellschaft ein Mix aus verschiedenen Bedürfnissen. In dem betreffenden Abschnitt hat sich diese Gesellschaft nun in Richtung Veränderung aufgemacht. Die Plakate hingen vier Wochen. Ein zweites Mal soll es im Frühsommer geben.
