Nach dem Workshop ist – vor der Arbeit. Die weniger gute oder freudige Nachricht: Es liegt noch einige Arbeit vor uns. Die gute: es sind alle Ziele im großen Plenum bestätigt worden. Im Workshop haben wir unsere Ziele vorgestellt und sie durch interessierte Braunschweiger Bürger prüfen lassen. Etwa dreißig Teilnehmer waren heute dabei im Haus der Kulturen. Dabei kamen viele gute Ideen zusammen. Wir müssen nun all diese Anregungen einarbeiten und unseren Formulierungen den nötigen Feinschliff verpassen. Es sind alle eingeladen, den Prozess mitzugestalten, und vor allem dann wenn es richtig los geht, mitzumachen und Kräfte zu bündeln. Dazu wird es ein Auftakt-Treffen mit allen Beteiligten geben wenn die Detailarbeit getan ist. Wir sehen uns zuvor – im nächsten Plenum.

Workshop macht Arbeit

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8 Gedanken zu „Workshop macht Arbeit

  1. Alter Wein in neuen Schläuchen, sind ja wieder die bekannten Gesichter von BS-Forum und ADFC zu sehen, die seit Jahren schon relativ erfolglos für eine bessere Radinfrastruktur kämpfen oder das Radfahrern auf der Fahrbahn befürworten, dafür hätte es m.E. nicht den Vortrag von Strößenreuther und die Gründung einer weiteren Arbeitsgruppe alias Initiative benötigt. Man hätte den Popo mit ADFC und BS-Forum zusammen auch schon vor 10, 20, 30 Jahren hochbekommen müssen. Internet, Facebook, webseiten und Netzwerke als Verbindungsmedium gibt es auch nicht erst seit gestern, hat man hier einfach gepennt?

    Die Critical Mass Braunschweig schafft es seit Jahren regelmäßig bei besseren Wetterverhältnissen über 300 bis 600 Radfahrer zu einen friedlichen Massenradeln zu versammeln, selbst im Winter und bei Nieselregen sinds oft noch um die 100-200.

    Ihr wollt mehr? Macht noch mehr auf Euch aufmerksam! Seid der Stachel im Popo der Stadtverwaltung, klagt an, dass dieses oder jenes nicht geht. Geht an die BZ und regionalbraunschweig mit irgendwelchen Problemem, damit sich die Stadtverwaltung öffentlich dazu äußern muss. Ich vermisse außerdem seit 1,5 Jahren den Pedaleo bzw entsprechende Veröffentlichungen auf der Internetseite des ADFC Braunschweig!
    Als Einzelperson hat man in der Regel ganz schlechte Karten, wenn man was bemängelt.

    Wie sicher das Radfahren auf der Fahrbahn, ergo Radfahrstreifen ist, durfte ich gestern abend wieder auf der Leonhardstraße erleben, ein PKW parkte mangels Platz in der Lücke schräg im Radfahrstreifen. Den etwas jüngeren PKW-Fahrer fragte ich, ob man sowas neuerdings in der Fahrschule lernt, daraufhin wurde mir körperliche Gewalt angedroht, ich bedankte mich mit einem freundlichen Gruß und bekam noch den Mittelfinger gezeigt.

    Wir wissen ja wie gefährlich das ist, wenn man im zu spitzen Winkel mit den Reifen in die Rillen der Straßenbahngleise landet, da liegt man schneller, als man sich fangen kann. Auf der Leonhardstraße hat man auch noch das Problem, dass Autofahrer ohne sich umzusehen ihren parkenden PKW verlassen wollen und die Türen aufreißen, zu manchen Uhrzeiten teils reihenweise Mamataxis vor Schulen und Tanzschulen stehen und vor der Ampel an der Stadthalle alles zugestellt wird. Alles zumindest den Radlern bekannte, alltägliche Probleme und die Stadt baut trotzdem so weiter bis zum Marienstift.

    Meine Teilnahme an solchen Veranstaltungen wird sich definitiv weiterhin in Grenzen halten, dafür habe ich keien Zeit mehr und lange in der muffigen Bude hocken mag ich auch nicht.

    herzlichst, Ihr anerkannter Troll
    (wollte eigentlich zur Radmesse Hildesheim radeln, statt rumzutrollen)

    1. Die Leonhardstraße wäre auch ohne Gefährdungsstreifen keine schöne Strecke. Das eigentliche Problem sind wie angedeutet die Stehzeuge, die die Fahrbahn verengen. Ohne den Parkstreifen wäre viel Platz für Straßenbahn, Kraftfahrzeuge und Fahrräder. Diesen hat der ADFC meines Wissens aber nie in Frage gestellt, sondern stattdessen das Streifchen bejubelt. Dessen einziger Effekt ist, daß die Straße für Kfz breiter wird, weil man Radfahrer nun ohne Sicherheitsabstand überholen kann. Die weiße Linie regelt’s.

      Wer will es ihnen verdenken, sind doch die meisten ADFC-Mitglieder hauptsächlich mit dem Auto unterwegs und selbst die sogenannten Aktiven fahren weniger Rad und machen immer häufiger mit Elektro-Mofas die Gehwege unsicher.

      Wenn ich mir die Fotos anschaue, schwant mir also auch nichts Gutes. Man wird hauptsächlich Radwege fordern. Schönere Radwege, bunte Radwege, mehr Radwege und vor allem: noch mehr Radwege.

      1. nö @Torkelradler,
        man will ja seitens des ADFC und der Initiative Fahrradstadt Braunschweig (= überwigend derselbe Personenkreis) mehr (Pseudo-)Fahrradstraßen und Radfahrstreifen haben, weil das Radeln auf der Fahrbahn ja so sicher ist.
        Im Übrigen haben es einige Radfahrer immer noch nicht kapiert, dass man auf den Radfahrstreifen, Schutzstreifen wie Leonhardstraße, Gördelinger Straße, Münzstraße, Messeweg, Mittelweg usw. nicht linksseitig der Fahrbahn radeln darf. Ich erlebe ja als Vielfahrer fast jeden Tag ganz schön gefährliche Situationen und seltendämlichste Verkehrsteilnehmer.

        Pedelecs sind außerdem eine gefährliche neue Seuche, vorhin am Berg überholte mich so ein Ding doch sehr zügig und unverhofft, weil ich die motorisierte „Radlerin“ am Beginn des 200m langen Berges weit und breit nicht gesehen hab. Ich hab mich tierisch erschrocken und beinahe den Lenker verrissen, als das Ding vorbeisurrte.
        Auch scheinen die Pedelecs bei vielen jüngeren und gesunden Radlern mittlerweile ein neues Spielzeug zu sein, neulich auf dem RG war so ein cooler Junge ohne Licht aber mit Motor unterwegs. Spätestens wenn ich alter Sack dann mit meinem unmotorisierten Tourenrad auf 30-35 in der Ebene beschleunige und den Pedelecfahrer abzieh ist dann aber Schluss mit dicke Hose und überholen von vermeintlich schleichenden Rentnern. Beim Überholen fragte ich noch süffisant, obs für den tollen Motor reichte, aber nicht mehr für nen Satz Beleuchtungsmittel.

        Na hoffentlich kommt die braunschweiger Polizei mit Ihrer angekündigten Fahrradstaffel bald aus dem Quark, ist ja kaum noch auszuhalten wie hier die Leute teilweise unterwegs sind.

      2. Die fehlenden Sicherheitsabstände zu Radverkehrsanlagen, wie bspw. an der Leonhardstraße und überhaupt im Allgemeinen an Schutz- und Radfahrstreifen, sind ein echtes Problem. Das wollen wir mit dem Radentscheid addressieren.

        Zum Thema Überholabstand (der, wie jüngst ein medial viel beachtetes Gutachten, auch an Schutz- und Radfahrstreifen mit 1,5 m einzuhalten ist) macht der ADFC übrigens am 3.6. eine Poolnudel-Aktion. Unter anderem den Messeweg hinunter und auch ein paar andere kritische Stellen.
        Auch wenn die meisten Mitglieder der Initiative Fahrradstadt, anders als unser Haustroll behauptet, keine Verbindung zum ADFC haben, weise ich darauf sehr gerne hin, denn diese Aktion ist etwas neues für Braunschweig und dürfte auch Spaß machen.

        Von schmalen Schutzstreifen und Radfahrstreifen in der Dooring-Zone halten wir übrigens genauso wenig wie von Fahrradstraßen, die diese Bezeichnung nicht verdienen.

        Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigte Fahrrad-Staffel, wenn sie denn kommt, dann auch auf Falschparker auf Schutzstreifen und Radfahrstreifen angemessen reagiert. Wenn an vielen Stellen, bspw. Einmüdung der Fahrradstraßen in Celler Straße und Madamenweg, wegen undurchdachter Infrastruktur regelkonformes Verhalten praktisch nicht möglich ist, kann das auch dazu führen, dass die Fahrradstaffeln ihren Fokus dorthin legen und lieber vermeintliche Verkehrssünder unter den Radfahrenden verfolgen.

        1. Bei Madamenweg und Celler Straße musste ich erstmal überlegen, was Sie meinen. Sind die Kreuzungen Hohetorwall/Wwilhemitorall zur Sonnnenstraße/Am hohen Tore sowie Inselwall Celler Straße im Zuge der Pseudo-„Fahrradstraßen“ gemeint?
          Ich glaube da hat das BS Forum schon vor 2 Jahren eine Befahrung gemacht und sich entsprechend gegenüber der Stadt BS geäußert. Daran kann man sehen wie sich die Stadt BS gegenüber Radfahrinteressengruppen verhält.
          Aber andererseits hat man diese Verkehrsführung auch so gebaut, damit PKWs nicht auf dem Wallring in hohem Tempo so durch fahren, Schleichwege durchs Wohngebiet suchen.

          Und was die Abstände auf Radfahrstreifen, Schutzstreifen und alle damit verbundenen Probleme betrifft, würde ich das mal so beantworten, wie die Bürokraten argumentieren würden: „Die Radfahrstreifen und Schutzstreifen entsprechen den rechtsgültigen Vorschriften und man sieht keinen Anlass diese Radverkerhsführung zu ändern.“

          Was die Fahrradstraffel der Polizei betrifft wird diese sich wahrscheinlich kaum um Probleme der Radfahrer kümmern, sondern in erster Linie das Fehlverhalten der Radfahrer ahnden. Das wird dann darauf hinaus laufen, dass man sich an Stellen wie beim Marienstift an die Helmsteder Straße hinstellt und darauf wartet, wie Radfahrer geradeaus auf dem Gehweg wegen der unpraktikabelen Radverkehrsführung weiter fahren.
          Grundsätzlich befürworte ich eine Fahrradstaffel, die mal aufräumt, gerade gestern abend wollte mich ein Radfahrer verkloppen, weil ich ihn darauf hingeweisen hab, dass er mir gerade die Vorfahrt genommen hat, am Dienstag hatte eine ältere Frau auf dem Gehweg beinahe einen Hund angefahren und bepöbelte auch noch die Hundehalterin.
          Seit geschätzt 20-25 Jahren hat sich die Polizei m.E. weitestgehend nicht mehr um so einen „Kleinkram“ sowohl bei Radfahrern, als auch beim Kraftverkehr gekümmert und hat damit die Kontrolle total verloren. Mir kommen täglich zwischen 30 und 50 Geisterfahrer entgegen, auf dem Bohlweg und am Atrium-Bummel-Center latschen Fußgänger im Radweg und manch Trolleykofferzieher, zieht es vor sein Köfferchen auf dem guten Asphalt des ohnehin schmalen Radweges zu ziehen um die Rollen zu schonen.
          Und was passiert, wenn man solche Leute auf das Fehlverhalten anspricht? In 90 Prozent der Fälle endet das mit Bedrohung, Beleidigung oder man holt aus. Bei 9 Prozent gibt ne Entschuldigung und anscheinende Einsicht, deht man sich um ist der Trolley oder Fußgänger wieder auf dem Radweg, bei 1 Prozent hats zumindest ne Weile gewirkt.

          Euer Haustroll behauptet nichts, er sieht z.B. Herrn Tristram und Herrn Wöhler bei der Veranstaltung, einen Großteil der abgebildeten Leute habe ich schon bei Radtouren des BS-Forum und ADFC in der Vergangenheit gesehen. Es sind immer die gleichen Gesichter, die hier irgendwas versuchen anzustoßen.
          Und bei Aktionen und Radtouren des ADFC werde ich nicht mehr teilnehmen, es sind in der Vergangenheit doch so einige wirklich komische und negative Erlebnisse dort gewesen.

        2. @Lars:
          > Die fehlenden Sicherheitsabstände zu Radverkehrsanlagen, wie
          > bspw. an der Leonhardstraße und überhaupt im Allgemeinen an
          > Schutz- und Radfahrstreifen, sind ein echtes Problem. Das
          > wollen wir mit dem Radentscheid addressieren.

          Die Randverkehrsanlagen selbst sind das Problem. Diese Radfahrerghettos gehören abgeschafft. Für unbedarfte Radfahrer bieten sie nur eine Scheinsicherheit und bewirken darüber hinaus viel Aggressivität, sowohl auf Seiten der Kraft- als auch der Radfahrer.

          > Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigte Fahrrad-Staffel, wenn
          > sie denn kommt, dann auch auf Falschparker auf Schutzstreifen
          > und Radfahrstreifen angemessen reagiert. Wenn an vielen
          > Stellen, bspw. Einmündung der Fahrradstraßen in Celler Straße
          > und Madamenweg, wegen undurchdachter Infrastruktur
          > regelkonformes Verhalten praktisch nicht möglich ist, kann
          > das auch dazu führen, dass die Fahrradstaffeln ihren Fokus
          > dorthin legen und lieber vermeintliche Verkehrssünder unter den
          > Radfahrenden verfolgen.

          Ich habe keinen Zweifel daß das so kommen wird. In Berlin hat die Fahrradstaffel im ersten Jahr folgende Verwarn- und Bußgelder kassiert: 31.800 € von Kraftfahrern, 328.870 € von Radfahrern.
          https://youtu.be/vmENjUFsfns?t=281

          In Braunschweig wird es nicht anders sein, die Polizei hat es gerade erst im Unfallbericht 2018 bekräftigt:

          | Radler Hauptverursacher von Verkehrsunfällen
          |
          | Hierzu betonte Jörg Bodendiek die „großstädtische Infrastruktur
          | mit dem daraus resultierenden Konfliktpotenzial“, weshalb
          | „Fahrradfahrerinnen und -fahrer eine überproportionale
          | Beteiligung an Verkehrsunfällen mit schweren Folgen aufweisen
          | und zudem zu 45,75 Prozent Hauptverursacher von
          | Verkehrsunfällen sind“. Daher wird auch im Jahr 2019 die
          | Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei mit dieser Zielgruppe
          | intensiv fortgesetzt werden.
          https://regionalbraunschweig.de/2578-prozent-mehr-unfaelle-mit-schwerverletzten/

          1. @Torkelradler
            Wir meinen nicht das gleiche, aber stimme Ihnen zu, dass die Radverkehrsanlagen das Problem sind. Die Frage, die wir uns stellen ist: Wie müssen die aussehen, damit sie entspannt zu benutzen und dabei sicher sind? Das was in Deutschland in der Vergangenheit und auch jetzt noch so gebaut wird ist nicht die Antwort. Schaut man in die Niederlande oder Dänemark, gibt es da Jahrzehnte mehr Erfahrung – und das merkt man beim fahren. Sicherheit ist vor allem eine Frage der Sichtbeziehungen, die gehören freigehalten.

            Einfach alle Radverkehrsanlagen abzuschaffen ist nur eine Lösung für die 1% der Menschen, die radfahren, egal wie die Infrastruktur aussieht („Strong and fearless“). Damit vergrault man 99% der Menschen.

            Um mal ein Beispiel zu bemühen: die Kastanienallee. Von früher gibt es da noch Fake-Radwege mit grauem Pflaster, aber mittlerweile sind die zu Recht nicht mehr benutzungspflichtig. Jetzt herrscht dort Mischverkehr, wobei viele offenbar freiwillig auf den schmalen „Radwegen“ weiterradeln. Ist beides nicht gut wie es ist. Ich habe da jetzt keine Umfragewerte zu, aber wenn man Radfahrende und Autofahrende (und Fußgänger) fragen würde „Wie finden Sie das Verkehrsklima hier?“ wette ich auf eine klare Tendenz.

          2. wenn man sich diese Statistik auf Seite 12 betrachtet, sieht man wo es bei den Radfahrern am meisten hakt:
            https://www.presseportal.de/download/document/560541-verkehrsunfallstatistik2018lang.pdf

            Falsche Seite, Rechtsfahrgebot ist die häufigste Unfallursache, gefolgt von Vorfahrt und Vorrang. zudem hat sich das im Vergleich zu 2017 verschlimmert, was auch meinem subjektivem Empfinden entspricht. Es kann nicht sein, dass ich mehr aufpassen muss und die Fehler anderer Radfahrer ausbüglen muss.

            Ich befürworte daher ausdrücklich die Fahrradstaffel, nur ist das hier noch ausbaufähig. Ich habe in den letzten Tagen noch keine Fahrradstaffel gesehen, weder auf Ringgleis, Bürgerpark, Prinzenpark, Ölpersee, Südsee, noch in der Stadt. Bei max. 2 Teams auf 5 Rädern verwundert mich das nicht wirklich.

            @Lars, bei dem fahrradklimatest muss man zudem beachten, dass andere orte noch mehr an Punkten verloren haben und Braunschweig nur deswegen auf Platz 4 mit einer schlechteren Punktezahl als beim letzten Mal ist. Die Rdfahrer werden insgesamt unzufriedener, je mehr die Radverkerhrsanlagen umgeändert werden (Museumsstraße, Leonhardplatz, Leonhardstraße, Schillstraße, Ackerstraße, Messeweg, z.B. gab es beim letzten Mal so noch nicht)

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